Eine Rechtsschutzversicherung verspricht viel: Kommt es zu einer Klage, sollen die anfallenden Kosten von der Versicherung übernommen werden. Die Beliebtheit dieser Versicherung bei den Verbrauchern steigt. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) mitteilt, hat sich die Anzahl der abgeschlossenen Policen in den letzten 30 Jahren fast verdoppelt: 20,9 Millionen Verträge bestanden 2010, im Jahr 1980 waren es noch elf Millionen. Doch wie sinnvoll ist der Rechtsschutz tatsächlich und welche Kosten werden abgedeckt?
Diese Streitfälle sind nicht durch den Rechtsschutz abgedeckt
Wird eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, erweisen sich Pakete aus Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz meist als günstigere Variante. Dennoch fallen pro Jahr mindestens 290 Euro für die Policen an. Mit der teuren Versicherung fühlen sich viele Verbraucher für den Ernstfall gut abgesichert – doch einige wirklich teure Streitfälle sind in keiner der einzelnen Rechtsschutzversicherungen enthalten: Dazu gehören unter anderem Scheidungen, Erbstreitigkeiten oder Unterhaltsfälle. Streitfälle beim Immobilienbau oder beim Kauf eines Hauses sind ebenfalls nicht abgesichert; wobei auch diese Fälle vor Gericht so richtig teuer werden können. Abgedeckt werden in der Regel lediglich Beratungsgespräche durch einen Rechtsbeistand. Bevor ein Vertrag abgeschlossen wird, sollten Verbraucher daher die Versicherungsbedingungen sehr genau lesen, um zu erfahren, für welche anwaltlichen Dienstleistungen und juristischen Maßnahmen überhaupt übernommen werden.
Das leisten die Rechtsschutzversicherungen
Die Berufsrechtsschutzversicherung macht für Arbeitnehmer allerdings Sinn. Kommt es zu Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, übernimmt die Versicherung die größten Kosten. Die Privatrechtsschutzversicherung zahlt beispielsweise, wenn sich Verbraucher mit Handwerksunternehmen streiten – aber auch bei Auseinandersetzungen mit anderen Versicherungen. Beim Abschluss der Police sollten Versicherungsnehmer darauf achten, dass diese Streitfälle ebenfalls mit abgedeckt sind. Der Mietrechtsschutz macht nach Ansicht von Experten nur im Paket mit anderen Rechtsschutzversicherungen Sinn. Günstiger als eine Einzelpolice ist eine Mitgliedschaft im Mieterschutzbund, der ebenfalls einen Rechtsbeistand stellen kann. Die Verkehrsrechtsschutzversicherung wiederum ist nicht in allen Fällen sinnvoll: Bei Unfällen springt in der Regel die private Haftpflichtversicherung ein.
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