Riester-Rente

Die Riester-Rente, nach dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester, benannt, ist eine private, jedoch vom Staat über allgemeine Steuergelder geförderte Vorsorge zur Alterssicherung. Die Förderung besteht in verschiedenen Möglichkeiten zum Abzug von Sonderausgaben und in Zulagen. Das Sparguthaben bleibt dabei in seiner Gesamtheit pfändungsgeschützt. Die Riester-Rente ist eine freiwillige und zusätzliche Vorsorge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Eingezahlt werden können die Beiträge für die Riester-Rente in eine Riester Rentenversicherung, in Riester Banksparpläne oder in Riester Fondssparpläne. Um die höchstmögliche Riesterförderung zu erhalten, müssen derzeit jährlich 4 % des jeweiligen Vorjahreseinkommens eingezahlt werden. Ins Leben gerufen worden ist die Riester-Rente mit dem Ziel, in Anbetracht der aller Voraussicht nach sehr stark negativen Verschiebung des Verhältnisses von Beitragszahlern und Beitragsempfängern – immer weniger Steuerzahler werden für immer mehr Rentenbezieher zahlen müssen – über eine durch staatliche Förderung motivierte zusätzliche Eigenkapitalversicherung das Auskommen der Bürger im Alter zu sichern und zu verbessern. Ob ein solcher Schritt hin zur Altersabsicherung durch Eigenkapital für die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit tatsächlich dienlicher ist, als es eine verstärkte Finanzierung der Renten durch das Umlageverfahren wäre, ist stark umstritten und sei einmal dahingestellt. Als sicher aber kann gelten, dass die Riester-Rente denjenigen, die auf sie sparen und die es sich leisten können, dafür einzuzahlen, einiges an Gewinn verspricht. Zunächst einmal muss jedoch gesagt werden, dass nicht automatisch jeder berechtigt ist, eine Förderung durch Riester in Anspruch zu nehmen. Nichtsdestotrotz ist der Kreis der förderberechtigten Gruppen ein sehr großer. Zu ihm gehören neben sozialversicherungspflichtigen Angestellten und Arbeitnehmern, Beamten, pflichtversicherten Selbstständigen und geringfügig Beschäftigten auch die Bezieher von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II. Zahl man nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und ist man also nicht direkt förderungsberechtigt, besteht immer noch die Möglichkeit, einen Anspruch auf Riester Förderung mittelbar über den förderungsberechtigten Ehepartner geltend zu machen.

Je mehr einzuzahlen man in der Lage ist, desto größer wird natürlich die Rendite sein, die eine Riester-Rente abwirft. Für Geringverdiener mit entsprechend geringen Beitragssätzen, so wird oft kritisiert, wäre der Gewinn selbst bei der für sie höchsten möglichen Förderung, also auch dann, wenn tatsächlich jedes Jahr die oben angesprochenen 4 % des Vorjahreseinkommens gezahlt würden, marginal. Als wirklich lohnenswert gilt die Riester-Rente also erst bei Einzahlungen von mehreren Hundert Euro jährlich. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor das erst einmal mit regelmäßigen Kosten verbundene Vorsorge-Unternehmen angetreten wird – genauso wie der Tatsache, dass Riester-Rente nicht gleich Riester-Rente ist. Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Formen. Zu überlegen bleibt also unbedingt, ob man nun einen Riester-Rente Sparplan bevorzugt – darunter fällt zum einen der Riester-Banksparplan und zum anderen der Riester Fondssparplan – oder eher eine Riester-Rentenversicherung. Was darunter jeweils im Einzelnen zu verstehen ist, kann auf unzähligen, von den einzelnen Anbietern ins Netz gestellten Informationsseiten in Erfahrung gebracht werden. Erwähnt sei hier in diesem Zusammenhang lediglich, dass man sich bei der Wahl der Riester-Rente und der jeweiligen Konditionen, unter denen sie dann läuft, entweder verstärkt auf eine Förderung durch Zulagen konzentriert oder auf Leistungen, die im Abzug von Sonderausgaben, d. h., in Steuerentlastungen bestehen. Der Besserverdiener wird sicher gut daran tun, eher die Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten ins Auge zu fassen. Welcher Anbieter der jeweils günstigste für einen selbst ist, darüber kann man sich leicht in einem der im Internet zu findenden Rechner für einen Riester-Rente Vergleich informieren.

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