Rechtschutz

Ein Angebot im Rahmen der verschiedenen Sachversicherungen ist seitens der Versicherer unter anderem auch die Rechtsschutzversicherung. Allerdings gibt es hier nicht “die eine” Rechtsschutzversicherung mit bestimmten Merkmalen, wie es zum Beispiel im Bereich der Haftpflichtversicherung oder der Unfallversicherung der Fall ist. Falls die gewählte Versicherungsgesellschaft überhaupt verschiedene Rechtsschutzversicherungen anbietet, kann der Versicherte sich für unterschiedliche Bestandteile entscheiden, die in den Versicherungsvertrag und somit in die Absicherung mit einbezogen werden sollen. So wird zum Beispiel zunächst zwischen der privaten und der gewerblichen Rechtsschutzversicherung (Firmenrechtsschutz) unterschieden. Im Bereich der Rechtsschutzversicherungen für Privatpersonen ist es dann so, dass aus verschiedenen Bausteinen die individuell passende Absicherung zusammen gestellt werden kann.

Zu den überwiegend genutzten Bausteinen zählen der Privat-Rechtsschutz (Privat-RS abgekürzt), der Verkehrs-RS, der Berufs-RS und der Miet- bzw. Wohnungs-RS. Alle diese Einzelteile der Rechtsschutzversicherung beinhalten spezielle Leistungen bzw. sind in bestimmten Situationen “wirksam”, sodass der Versicherte auch nur den Baustein wählen muss, für den er eine Absicherung haben möchte. So benötigt man zum Beispiel keinen in der Rechtsschutzversicherung integrierten Miet-Rechtsschutz, wenn man in seinem eigenen Haus wohnt. Auf der anderen Seite ist der Verkehrs-Rechtsschutz recht wichtig, da besonders im Straßenverkehr bei der Nutzung eines motorisierten Fahrzeuges und einem in diesem Zusammenhang entstandenem Unfall häufig rechtliche Auseinandersetzungen folgen. Generell haben die Rechtsschutzversicherungen, unabhängig vom gewählten Baustein, die Aufgabe, die Kosten eines Rechtsstreites zu übernehmen, in den der Versicherte entweder von dritter Seite aus “verwickelt” wurde oder den der Versicherte aus verschiedenen Gründen selber führen möchte/muss.

Da Rechtsschutzversicherungen heute sehr häufig in Anspruch genommen werden, ist diese Art der Versicherung inzwischen allerdings verhältnismäßig teuer geworden. Da sowohl die Kosten in Form der Anwaltsgebühren als auch die Gutachter- und Gerichtskosten im Streitfall vom Rechtsschutz abgedeckt sind und übernommen werden, werden die Beiträge aufgrund der steigenden Zahl von Schadensfällen inzwischen fast jährlich erhöht. Die Höhe des Beitrages zur Rechtsschutzversicherung richtet sich zum größten Teil nach der Zahl und der Art der gewählten Bausteine, weniger nach dem Alter des Versicherten oder der Deckungssumme, wie es bei manchen anderen Versicherungen üblich ist. Grundsätzlich kann man mit der passenden Rechtsschutzversicherung nahezu jeden Lebensbereich absichern, so dass keine negativen Folgen aus einem Rechtsstreit entstehen. Auch für Darlehensnehmer, die zum Beispiel einen Immobilienkredit nutzen, weil sie gerade ein Eigenheim bauen, kann eine speziell auf diesen Bereich zugeschnittene Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein. Sollten zum Beispiel nach dem Abschluss des Darlehensvertrages Streitigkeiten über den Inhalt zwischen der Bank und dem Kreditnehmer entstehen oder im Zusammenhang mit dem Abschluss des Kaufvertrages beim Immobilienerwerb, dann würde in solch einem Fall der Privat-Rechtsschutz, in diesem Fall genauer gesagt der Bereich Sachen- und Vertragsrecht, die anfallenden Kosten übernehmen.

Auch wenn manche Experten und Verbraucherberater den Rechtsschutzversicherungen kritisch gegenüber stehen, so kann ein Rechtsstreit mitunter dennoch so hohe Kosten verursachen, dass die finanzielle Existenz des Nicht-Versicherten durchaus gefährdet sein kann. Und im heutigen “Paragraphen-Dschungel” kann man allzu schnell einen Fehler machen, der rechtliche Konsequenzen hat und Kosten verursacht. Daher ist die Rechtsschutzversicherung sicherlich eine sinnvolle Versicherung, zumal man wie beschrieben nur für die Leistungen zahlen muss, die man auch erhalten möchte. Bezüglich des Beitrages lassen sich nur sehr vage Angaben machen, da es wie gesagt auf die Wahl der Bausteine ankommt und es natürlich auch zwischen den Anbietern große Unterschiede gibt. Für die häufig gewählte Rechtsschutz-Kombination “PVHB” (Privat, Verkehr, Haus und Beruf) zahlt man heute bei einer Selbstbeteiligung von 150 Euro ca. 140 bis 250 Euro an Jahresbeitrag.

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