Provisionen auf dem Prüfstand

Die staatliche Rente wird im Alter kaum noch ausreichen, um das Leben zu finanzieren – erst recht nicht, um den gewohnten Standard zu halten. Das ist vielen Verbrauchern klar, deswegen sorgen sie privat vor. Möglichkeiten dafür gibt es viele, zum Beispiel Kapitallebensversicherung, Fondsparpläne oder die Riester-Rente. Das eingezahlte Geld möchten die Versicherungsnehmer natürlich in voller Höhe plus Zinsen für ihre eigene Alterssicherung verbrauchen.  Umsonst gibt es die Altersvorsorge allerdings nicht – die Hoffnung auf hohe Provisionen verleitet Berater auch schon einmal dazu, unpassende Versicherungspolicen zu verkaufen. Ein Eckpunktepapier aus dem Verbraucherschutzministerium will dagegen vorgehen. Die EU plant gar ein Provisionsverbot ab 2014.

Verbraucherschutzministerin will Provisionen den Riegel vorschieben

Versicherungsmakler und Anlageberater verdienen ihr Geld über Provisionen. Auf Kapital bindende Verträge werden als Abschlussprovision rund vier Prozent der Versicherungssumme fällig – dieses Geld fließt direkt vom eingezahlten Betrag ab und wird nicht verzinst. Zusätzlich berechnen viele Versicherer allerdings noch eine Bestandsprovision in Höhe von einem Prozent der Versicherungssumme. Angesichts der Finanzkrise und der Bekenntnis einiger Gesellschaften, Versicherungen nur aufgrund der hohen Provisionen verkauft zu haben, ruft dieses Verhalten Verbraucherschützer auf den Plan. Berater, die sich von hohen Provisionen zum Verkauf unpassender Versicherungen verleiten lassen, stehen so auch im Visier von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. In einem Eckpunktepapier legt sie ein Modell für den vollständigen Umbau der Honorarberatung vor: Berater sollen in Zukunft auch vermitteln dürfen, werden dafür allerdings von Kunden direkt bezahlt und sie müssen die Zahlungen der Produktanbieter offenlegen.

Mehr Transparenz für Versicherungskosten

Diese Modifizierung soll mehr Transparenz schaffen. Zahlt der Kunde direkt, sind die Kosten der Altersabsicherung offensichtlicher, als wenn sie im Kleingedruckten des Versicherungsvertrags versteckt sind. Das erhöht auch den Wettbewerbsdruck auf den Versicherungsbetrieb: Kunden werden sich in Zukunft auf die Vertriebler konzentrieren, die transparente und günstige Verträge anbieten, so Aigners Hoffnung.

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