Krankenversicherung

In Deutschland hat jeder Bürger die Pflicht, sich krankenversichern zu lassen. Dieses Gesundheitssystem schützt die Versicherten davor, bei schwerwiegenderen Erkrankungen oder großen Operation in finanzielle Not zu geraten oder gar die medizinische Hilfe ablehnen zu müssen, weil sie die Kosten nicht tragen können. Ein Großteil der Krankenversicherten ist Mitglied bei einer der rund 200 Gesetzlichen Krankenversicherungen. Jedes Mitglied zahlt für diese Versicherungen einen prozentualen Anteil seines Einkommens. Für Selbstständige und Freiberufler sowie für gut verdienende Arbeitnehmer gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, sich privat krankenversichern zu lassen.

Die gesetzliche Krankenversicherung

Die Gesetzlichen Krankenkassen, kurz GKV, übernehmen alle Behandlungs-, Operations- und Folgekosten, solange sie im Grundlagenkatalog der Versicherung aufgeführt sind. Die meisten schulmedizinischen Behandlungen sind damit abgedeckt. In ihrem Leistungskatalog unterscheiden sich auch die GKVs untereinander – da die Versicherungsbeiträge gesetzlich vorgeschrieben sind, können sie nur mit ihren angebotenen Leistungen miteinander konkurrieren. 96 Prozent der Krankenkassenleistungen sind gesetzlich vorgegeben ; da bleibt immer noch ein kleiner Spielraum für attraktive Zusatzleistungen. Einige Krankenkassen übernehmen so zum Beispiel die Kosten für Heilpraktiker oder alternativmedizinische Methoden wie Akupunktur. Der Beitrag zur GKV liegt seit dem 1. Januar 2011 bei 15,5 Prozent – 7,3 Prozent davon zahlt der Arbeitgeber.

Private Krankenversicherung

Freiberufler und Selbstständige können sich freiwillig in der Gesetzlichen Krankenkasse versichern lassen. Häufig ist allerdings der Wechsel in eine Private Krankenversicherung (PKV) die günstigere Alternative. Auch Angestellte, deren Einkommen drei Jahre in Folge über der Pflichtversicherungsgrenze liegt, können in die PKV wechseln. Ambulante Behandlungen zahlen die Versicherten in der PKV zunächst selbst und lassen sich die Beträge anschließend von der Versicherung erstatten –  die stationäre Behandlung wird in der Regel vom Krankenhaus direkt mit der PKV abgerechnet. PKVs bieten oftmals günstigere Beiträge und ein großes Leistungsspektrum, mit dem die Gesetzlichen Versicherungen nicht mithalten können. Der Wechsel in eine PKV will dennoch gerade für Arbeitnehmer gut überlegt sein; wer einmal Mitglied bei den Privaten ist, kann nämlich nicht so einfach wieder in die GKV zurück. Möglich ist der Rückwechsel nur, wenn der Versicherte jünger als 55 Jahre ist und ein Einkommen unter der Versicherungsgrenze hat.

Private Ergänzungstarife zur gesetzlichen Krankenversicherung

Statt komplett zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, besteht die Möglichkeit, private Ergänzungstarife zur gesetzlichen KV abzuschließen. Denn längst nicht alle Leistungen werden von der GKV übernommen. Für Zahnersatz müssen Versicherte zum Beispiel privat zuzahlen. Da lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung. Ähnliche Zusatzversicherungen gibt es für Brillenträger, für den Besuch beim Heilpraktiker und viele weitere Leistungen. Die Policen kosten häufig nur ein paar Euro, rentieren sich aber schnell.

Als private Zusatzleistung kann darüber hinaus eine so genannte Grundfähigkeiten-Versicherung abgeschlossen werden. Diese Versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn der Versicherungsnehmer gewisse Grundfähigkeiten – Sprechen, Gehen, Autofahren und ähnliches – durch Krankheit verliert.

Dread-Disease-Versicherung

Eine besondere Form der Krankenversicherung ist die Dread-Disease-Versicherung. Übersetzt bedeutest der Begriff soviel wie “Versicherung gegen schwere oder gefürchtete Krankheiten”. Welche Krankheiten und Gesundheitsrisiken des sind, legt der Versicherungsnehmer individuell fest – so können etwa Herzinfarkt, Krebs, Parkinson oder ein Schlaganfall versichert sein. Tritt eine der Krankheiten ein, zahlt die Dread-Disease-Versicherung eine fest definierte Summe als Einmalzahlung aus.

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