Falsche Bereifung und Versicherungsprobleme

Viele Autofahrer versuchen gerne bei Winterreifen zu sparen und meinen, auch ohne die speziellen Reifen durch den Winter zu kommen. Dabei droht den Fahrern nicht nur ein hohes Bußgeld, sondern sie spielen auch mit ihrem Leben. Wer bei einer Verkehrskontrolle im Winter mit Sommerreifen erwischt wird, wird zu Kasse gebeten: Das Verwarnungsgeld beträgt 20 Euro, wenn andere Teilnehmer behindert werden müssen 40 Euro gezahlt werden und man bekommt einen Punkt im Verkehrssünderregister.

Problematisch wird es, wenn der Wagen in einem Unfall verwickelt wird. Wenn ein Schaden an einem anderen Fahrzeug entsteht, dann zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung. Dabei spielt es keine Rolle, ob man mit Winter- oder Sommerreifen unterwegs war. Wenn lediglich das eigene Fahrzeug beschädigt wurde, könnte die Kaskoversicherung Bedenken anmelden.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) empfiehlt Autofahrern, vor allem in schneereichen Gebieten Winterreifen aufzuziehen. Denn bei einem Extremfall der Vollkaskoversicherung, z.B. wenn man mit abgefahrenen Sommerreifen ins Hochgebirge fährt und einen Unfall verursacht, könnte dem Fahrer grobe Fahrlässigkeit entgegengehalten werden. Genau in diesem Fall müsste die Versicherung nicht zahlen. Ab dem 1. Januar 2008 darf eine Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit des Fahrers nicht die Zahlungen komplett ablehnen, sondern nur in angemessener Höhe Kürzungen vornehmen. Bereits abgeschlossene Verträge wurden 2009 auf diese neue Regelung abgeändert.

Laut dem Bund der Versicherten (BdV) kann eine Mithaftung des Fahrers nach Urteil des Amtsgerichts Trier (Az.: 6 C 220/85) auch gerichtlich durchgesetzt werden. Ein Fahrer geriet ins Schleudern, nachdem ein anderer Fahrer ihm die Vorfahrt genommen hatte. Grund für das Schleudern waren die Sommerreifen im Winter, deshalb wurde der Fahrer zu einer Mithaftung von 20% verurteilt.

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